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Aktuelles von der Wolfsteiner Jägerschaft
Wolfsteiner Jäger mit Josef Paster und Martin Wagner
bereit zum Neuanfang
 (Foto: Norbert Ranzinger) v.links: Sepp Paster, Dr. Karl Edelmann, Sepp Meier, Norbert Ranzinger u. Martin Wagner
vom Manuela Müller
Schönbrunn am
Lusen(mm): „Der Umgang mit Wildtieren ist relativ einfach, schwierig ist
der Umgang mit den beteiligten Menschen“. Dieses Zitat des Forstwissenschaftlers
Aldo Leopold beschreibt treffend unser Verhältnis zu Wildtieren und trifft ganz
besonders auf unser Verhältnis zum Rotwild zu, sehr unterschiedlich, manchmal
geradezu unüberbrückbar sind die Ansichten von Jägern, Grundeigentümern,
Waldbauern, Förstern oder Naturschützer zum Thema Rotwild, so
Forstbetriebsleiter Michael Held.
Über 200 Jägerinnen, Jäger, Jagdinteressierte und Ehrengäste kamen zur
diesjährigen Hege- und Naturschutzschau mit Hochwildhegeschau in die Turnhalle nach
Schönbrunn am Lusen. Begrüßen konnte neuer und alter Vorsitzender der
Wolfsteiner Jägerschaft Norbert Ranzinger zahlreiche Ehrengästen und
Funktionäre unter anderem, stellv. Landrat Helmut Behringer, von der Unteren
Jagdbehörde Herrn Johann Siglmüller, Herrn Franz Baierl von der Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald, sowie Hausherr und Bürgermeister der Gemeinde Hohenau Herr
Eduard Schmid. Ein besonderer Gruß und verbunden mit den besten
Genesungswünschen ging an Hornmeisterin der Bläsergruppe Wolfstein Monika
Loibl, stellvertretend leitete Bernhard Bauer die Bläsergruppe der Kreisgruppe,
die mit ihren Hörnern die Hegeschau begleiteten.
Auch Vertreter der umliegenden Kreisgruppen konnte Ranzinger
wieder begrüßen, nach der Neuwahl der Vorstandschaft wolle man einen
„Neubeginn“ starten. Die Zusammenarbeit und der Austausch mit anderen
Kreisgruppen, soll von nun an wieder rege stattfinden. Hier sei auch erwähnt,
dass die Ausbildung zum Jungjäger von nun an wieder im Wechsel mit der
Kreisjägerschaft Grafenau statt finde, dieses Jahr beginnt am 12. Oktober 2012
die Jungjägerausbildung in Grafenau. Genaueres können Sie auf den
Internetseiten der beiden Kreisgruppen nachlesen.
Erhard Kreuß Kreisjagdberater des Altlandkreises Wolfstein
und Ehrenmitglied der Kreisgruppe nutzte vor seinem Jahresbericht die
Gelegenheit die Vorsitzenden der Wolfsteiner Jäger namentlich vorzustellen.
Gewählt wurden zum 1. Vorsitzender Norbert Ranzinger, 2. Vorsitzender Dr. Karl
Edelmann, Schriftführer Martin Wagner, neuer Schatzmeister ist Josef Paster,
Josef Meier blieb Geschäftsführer. „Ich
gratuliere der neu gewählten Vorstandschaft und hoffe, dass nun wieder Ruhe
einkehrt und die anliegen der Wolfsteiner Jägerschaft wieder ordentlich
vertreten werden“, so Erhard Kreuß. Ein besonderes Kompliment sprach Kreuß an
die Wolfsteiner Jäger aus, dass trotz dieser sehr kritischen und emotional
geführten Auseinandersetzung soviel Disziplin, Ruhe und Ordnung bei der Wahl herrschte.
Wahlen standen auch bei der Mitgliederversammlung der
Hochwildhegegemeinschaft –Bayerischer Wald an. Kreuß gratulierte Herrn Baron
von Poschinger sowie dessen Stellvertreter Forstbetriebsleiter Michael Held vom
Forstamt Neureichen zur Wiederwahl. „Ich gratuliere beide Herren zur Wahl und
bedanke mich gleichzeitig für die fachkundige und gute Zusammenarbeit“ und
wünschte für die Zukunft viel Erfolg, zum Wohle des Rotwildes.
Die derzeitige Wildsituation in Zahlen ausgedrückt:
Schwarzwild wurden 63 Stück erlegt, 57 % weniger als im Vorjahr. Dies sei für
die Jägerschaft und die Landwirte eine erfreuliche Situation, dennoch müsse
diese Wildart energisch aber anständig weiter bejagd werden. Rehwild: Das 3
jährige Abschuss-Soll für Rehwild beträgt 5.420 Stück, davon sind nach dem 2.
Jagdjahr 3.796 Stück /70 % (Soll 66 %)erlegt. Dies zeige, so Kreuß: „dass die
Jägerschaft ihre Verpflichtung an einem waldverträglichen Wildbestand ernst
nimmt“. Feldhase: 397 Stück (49 % Fallwild), Fuchs: 704 Stück (7 % Fallwild),
Steinmarder: 110 Stück, Edelmarder: 17 Stück, Fischotter: 1 Fallwild (Verkehr),
Dachs: 61 Stück (39 % Fallwild), Nutria (Sumpfbiber): 1 Fallwild (Verkehr),
Ringeltauben: 70 Stück, Stockente: 208 Stück, Graureiher: 11 Stück,
Mäusebussard: 3 Stück als Fallwild, Elster/Krähen und Häher: 458 Stück.
Vorsitzender Ranzinger bedankte sich bei den fünf
Hegegemeinschaftsleitern, sowie der Mithilfe von Willi Wildfeuer und Alois
Altenstrasser, bei der Bewertung der ca. 500 Rehböcke. „Mit Georg Süß und Hans
Eberl, haben wir eine sehr gute neue und kompakte Gruppe“, so Ranzinger. Der
bisherige langjährige Leiter hatte sich nicht mehr für diese Tätigkeit bereit
erklärt. Hegegemeinschaftsleiter Hans Eberl ist nun Nachfolger von Ludwig
Wager, Eberl übernahm die Besprechung des Rehwildes. Erlegt wurden im
vergangnen Jagdjahr 2011/2012 insgesamt 1. 929 Stück, davon 516 Böcke, 662
Geißen und 751 Kitze. Fallwild gesamt: 285 Stück (15 %). Gesamt
Abschusserfüllung im Dreijahresabschussplan: 70 % (Soll 66 %).
Michael Held, Forstbetriebsleister vom Forstbetrieb
Neureichenau übernahm den Bericht zur aktuellen Rotwildsituation. Die überhege
des Rotwildes vor über 40 Jahren hat zur heutigen Strategie der
Rotwildsituation in den Hochwildhegegemeinschaften geführt. Die Zielsetzung der
Hegegemeinschaft ist heute eine Wilddichte von etwa 1 Stück Rotwild auf 100 ha.
Ein Geschlechterverhältnis von 1:1, ein hohes Wildbretgewicht, der
Wintergatterbetrieb mit insgesamt 6 Gattern, sowie eine störungsfrei Jagd.
„Diese Zielsetzung stellte einen Kompromiss zwischen den
unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppierungen dar“, so Michael Held. Ausgelöst
durch die Diskussion um die Auflösung der Wintergatter, steht diese Diskussion
wieder im Focus. Die internationale Rotwildtagung im November 2011 in Zwiesel –
unter der Leitung der Regierung von Niederbayern – hat aber diese Zielsetzung
der Hochwildhegegemeinschaft bestätigt. Eine Zählung im Frühjahr hat einen
Rotwildbestand von 936 Stück ergeben, umgerechnet ergibt sich dadurch ein
Bestand von 1,5 Stück auf 100 Hektar mit einem Geschlechterverhältnis von
1:1,3. „Trotz eines neuen Höchststandes haben wir eine nach wie vor
waldverträgliche Rotwilddichte. Gleichwohl sind wir aber an einer Grenze, da
ein weiteres Anwachsen des Rotwildbestandes unweigerlich zu Schälschäden führen
wird“, so Forstbetriebsleiter Held.
Der Rotwildabschuss betrug im abgelaufenen Jagdjahr: 361
Stück, damit wurde 82 % des Solls erreicht. Die Strecke teilt sich auf in: 123
Hirsche, davon 20 Stück in Klasse I. und II., 53 Alttiere, 57 Schmaltiere und
128 Kälber. Der neue Abschussplan für 2012 sieht einen Abschuss von 430 Stück
Rotwild vor, und damit im Rahmen der letzten Jahre. Held: “Entscheidend ist
nicht so sehr die absolute Höhe des Abschusses, sondern vielmehr die Struktur –
und da müssen wir verstärkt auf Zuwachsträger, sprich Alt- und Schmaltiere
sehen“. Das Rotwild hat im bayerisch/böhmischen Grenzgebirge eine sichere
Zukunft, wenn wir auf die gesamte Fläche – diesseits und jenseits der Grenze –
nach gemeinsamen, abgestimmten Grundsätzen jagen. Michael Held, übergab
anschließend das Wort an Michael Penn. Der Berufsjäger aus dem Nationalpark gab
die Ergebnisse der Rotwildbewertung bekannt und erklärte die ausgestellten
Hirschgeweihe der I. und II. Altersklasse.
Im Anschluss an die Berichte dankte Norbert Ranzinger
Hegegemeinschaftsleiter Hans Seidl von der HG 1 für die gute Organisation und
Gestaltung der Turnhalle. Die Leiter und Ansprechpartner Willi Wildfeuer und
sein stellv. Alois Altenstrasser für den Bereich Hege.- und Naturschutz
gestalteten eine kleine Ausstellung zum Jahr der Spechte.
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